Lutz Brien rezensiert „Die Ästhetik des Scheiterns“

Die Ästhetik des Scheiterns – von einem integrierbaren Widerspruch Es ist kein heiteres Buch, das Florian Arleth da geschrieben hat. „Die Ästhetik des Scheiterns“ (Brot und Kunst Verlag, 2016) dekliniert in drei Teilen Ausschnitte aus dem Leben des Dichters, die auf verschiedene Weisen das Scheitern zum Thema machen. Dass dies dennoch keine bloße Jammerei bedeutet, ist seinem ästhetischen Willen geschuldet, der betrübende und enttäuschende Erfahrungen in eindringliche Sprache fasst. In ihrer Präzision und Coolness erhebt sie sich über den „bittere(n) Bodensatz der Existenz“. Eine karge Lebenslandschaft wird da sichtbar, der die Selbstbestimmung in präzisen, nüchternen Worten abgerungen ist.D

Brian Laurins Streifzüge durch Literatur und Leben - Kolumne 8

Der doppelte Molloy „Molloy“ heißt ein Roman von Samuel Beckett, zuerst erschienen 1955. Er gehört zu einer Serie von drei Romanen, die Beckett zwischen 1947 und 1950 schrieb (die anderen beiden sind „Malone Dies“ und „The Unnamable). Der Roman ist in zwei Teile unterteilt. Die titelgebende Hauptfigur des ersten Teils ist ein verwahrloster, gehbehinderter Landstreicher namens Molloy. Molloy befindet sich im Bett seiner verstorbenen Mutter, dazu angehalten, einen Bericht über die Zeit davor zu verfassen. Einmal die Woche erscheint ein Mann, der Molloys Aufzeichnungen über seine Erlebnisse abholt und ihm den mit Markierungen versehenen Text der letzten Woche mitbringt, die Molloy allerdings ni

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